Mein süßes kleines Leben und ich

Mir gehts richtig gut! Endlich wieder. Es hat sehr lange gedauert, aber wie heißt es so schön, was länger wärt wird endlich gut! Dabei gehts es um meine Hassliebe zu meinem eigenen Körper, bei dem ich mich gerne entschuldigen möchte für all den Stress den er durch mich hatte, aber geht es auch dabei um einige Ereignisse die zu verarbeiten nicht so leicht waren.  Gerne würde ich sagen "Die Zeit heilt alle Wunden" aber das ist glaube ich gar nicht wirklich möglich. Jedenfalls nicht immer. Meine Wunden sind zwar geheilt, aber die Narben sind noch da und Narben erinnern einen auch immer wieder an geschehenes, ob man will oder nicht. Gut ist aber wenn man lernt damit umzugehen.  Jaja, die Hassliebe zu meinem eigenen Körper. Es ist traurig das es mal soweit kommen musste. Vielleicht denken die meisten jetzt an Magersucht, Bulimie oder ähnlicher Dinge. Aber bei mir (und sicher auch noch einigen anderen Menschen) ist es genau anders herrum. Ich war extrem Esssüchtig. Habe immer das Gefühl gehabt essen zu müssen in wirklich jeder Situation, aber ich verstand einfach nie warum ich das tun musste. Ich wollte es immer stoppen, aber je mehr ich mich wehrte desto schlimmer wurde es, desto dicker wurde ich dann auch. Schon als Kind war ich nicht das was dünn bezeichnen könnte, sondern doch recht übergewichtig. Ich habe das nie so gesehen, ich meine ich war ein kleines Kind und habe wirklich nie verstanden was alle immer von mir wollten. Aber "abnehmen" war auch schon im Kindesalter angesagt. Wirkliche Hilfe hatte ich dabei nicht. Meine Mutter hat mir immer nur gesagt iss nicht so viel, iss weniger, die Hälfte etc. Apfelessig, ein Glas vor jeder Mahlzeit habe ich gehasst und gebracht hat es nie etwas. Ich will ihr jetzt nichts vorwerfen, keine Sorge, ich habe meine Mutter lieb und klar wollte sie nur das beste, aber oft hätte ich mir Hilfe auf andere Weise von ihr gewünscht. Und da begann dann auch schon unbewusst das ganze Theater. Ich meine, ist doch fast schon absehbar das man unter Umständen irgendwann mit sich selbst nicht mehr klar kommt. Man selbst mag sich, man fühlt sich in seiner eigenen Haut super gut und versteht (vor allem als Kind) nicht warum man abnehmen soll. Aber wenn einem andere zu verstehen geben das du nichts als dicker Mensch wert bist dann wird das ganze echt schlimm.Ich wollte immer nur so sein wie ich es für richtig halte, aber andereseits sind da so viele Menschen die mir immer und immer wieder das Bild vermittelt haben, wenn du nicht den Idealvorstellungen aller entsprichst dann bist so gut wie nichts mehr wert. Irgendwann habe ich dann meinen (zum Glück) jetzigen Ex kennen gelernt durch den ich dann richtig schlank geworden bin. Leider auf nicht gesunde Weise. Ich durfte kaum was essen und wenn dann nicht das was ich oder "normale" Menschen essen würden, hinzu kam das ich immer weniger Kontakt zu Freunden haben durfte bis hin das ich nicht mal mehr meine Familie sehen durfte. Keine Telefonate, kein gar nichts. Ein Leben hinter 4 Wänden. Gefangen in einem goldenen Käfig würde ich gerne das Sprichwort zitieren, aber das kann ich nicht. Denn mein Käfig war rostig und es war bitterkalt. Ich habe mich schrecklich gefühlt und einsam. Ich hatte ständig Angst und dachte lange ich könnte mich eh nicht gegen meinen Ex wehren, wer würde mir schon helfen, dachte ich immer.Ich weine diesem alten Leben keine einzige Träne nach, bin einfach nur froh heil aus allem rausgekommen zu sein.  Dank meinen himmlischen Freunden die mich nie alleine gelassen haben und dank meiner Mutter die wusste das ich alleine verloren war. Das schlimmste Erlebnis für mich war aber die immer wiederkehrende Vergewaltigung durch meinen Ex. Ich rede nie darüber, ich schreibe es nicht gerne und denke auch nie gerne darüber nach. Ich wollte ich könnte es auf ewig vergessen und damit all die furchtbaren Gefühle die dann wieder in mir hochkommen. Hart wurde es dann auch als ich herrausfand das ich Schwanger durch die Missbräuche war. Ich wusste erst gar nicht wie ich damit umgehen sollte, denn noch befand ich mich in seiner unmittelbaren Nähe. Ich dachte für sehr kurze Zeit das sich vllt doch noch alles ändern würde, alles zum Guten wenden. Aber keine 2 Tage später wusste ich, bekommst du dieses Kind mit ihm, dann bist nicht nur du verloren sondern dein Kind ebenfalls.Ich bin ehrlich immer noch immer wieder überrascht wie stark ich von da an immer mehr und mehr geworden bin. Ich wusste ich muss für mich und mein Leben in mir kämpfen. Ich hatte so verdammt lange Angst, dachte es kann doch nicht sein das dein Leben mit 21 vorbei ist. Endgültig, unwiederrufbar. Ich war damals überzeugt es würde mir eh keiner helfen. Selbst seine "Freunde" ob Frauen oder Männer, standen  hinter ihm. Aber zum Glück stand meine Mutter hinter mir! Und mein nun neu geborener Wille mein Leben nicht einem anderen Menschen zu überlassen sondern es mir wieder zurückzuholen und von da an nicht mehr herzugeben. Nach zwei Jahren nun träume ich Nachts endlich nicht mehr von all den Geschehnissen und gehe nicht mehr voller Angst auf die Straße. Ich bin eine starke Frau und eine noch stärkere Mutter. Nur die seelischen Narben machen mir manchmal noch ein wenig zu schaffen, ein Beziehung wohl weiterhin noch nicht möglich. Und in all dem Stress, der Angst und Unsicherheit habe ich immer mehr zugenommen immer mehr gegessen. So viele Diäten habe ich angefangen, aber alle ohne den großen Erfolg. Immer wieder habe ich gegessen ohne Sinn und Verstand. Immer mit dem Gedanken, du hast doch gar keinen Hunger, nicht einmal Appettit, warum isst du? Dann bin ich dieses Jahr auf ein Buch gestoßen, welches ich jedem empfehlen kann der das Problem hinter seiner Esssucht nicht versteht. Titel: Denke nach und werde schlank.Von Mark Barker einem Psychotherapeut. Erst dachte ich es sei wieder eins von den üblichen Büchern, mit dem üblichen BlaBla. Aber ganz im Gegenteil, Stück für Stück habe ich herrausfinden können was hinter der Esssucht steckt auch dank der vielen Übungen die in dem Buch stehen. Seitdem esse ich was ich will wann ich will und treibe wieder Sport. Alles weil kein Zwang dahinter steht. Mach Sport wenn du es willst und wann du willst. Seitdem hat sich mein essverhalten wahnsinnig verändert, was ich vorher nie gedacht hätte! Und stolz mag ich verkünden das mein Gewicht, langsam aber gesund nach unten geht. Was andere von meinem Gewicht halten interessiert mich nicht mehr sowie früher. Ich lasse es nicht mehr an mich ran, zumindest so gut es geht ;-) Aber endlich, ich freue mich so das ich mich nicht mehr selbst hasse dafür so zu sein wie ich nun mal bin. (Noch) 20 kg übergewichtig. Ich bin so stolz darauf so zu sein wie ich bin und stolz das ich eine so starke und endlich richtig unabhängige, freie Frau geworden bin. Also meine Damen, es sei gesagt, wehrt euch gegen jedwegige Ungerechtigkeit euch gegenüber. Ihr habt verdammt nochmal ein recht auf ein selbstbestimmtes, wundervolles, freies Leben. Ich weiß eins, das lasse ich mir nie wieder nehmen!

30.4.10 18:13

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